• Dominik Heimann

Rückblick: Trainingscamp

Aktualisiert: Sept 7

Viele Schritte sind Arthur Smith und Terry Fontenot schon gegangen. Einer dieser Steps und ein wichtiger Bestandteil um eine erfolgreichen Saison absolvieren zu können, ist ein starkes Trainingscamp. Was dort alles geschehen ist und welche Erkenntnisse wir daraus ziehen können, erläutern wir jetzt.


Das Roster vor dem Camp


Wie jedes Jahr in einer NFL Preseason tummeln sich viele bekannte, aber auch eher unbekannte Gesichter auf dem Trainingsplatz. Da fällt es sicherlich erstmal schwer, sich einen groben Überblick zu verschaffen und die erzielten Leistungen richtig einzuordnen. Gerade wenn man sich nicht auf dem selben Kontinent befindet, ist man abhängig von Berichten und einzelnen Videoschnippseln, die einem vor die Füße geworfen werden.


Betrachten wir zunächst einmal das Roster: Matt Ryan, Grady Jerrett, A. J. Terrell...Alles klar kennt man, nimmt man eher nebenbei zur Kenntnis. Länger verweilen die Blicke bei Namen wie Caleb Huntley, John Raine oder auch Emmanuel Ellerbee, die einem weniger geläufig sind. Bis man die 83 Mann überhaupt verinnerlicht hat, haben sich die Meisten aus dem Camp schon wieder verabschiedet - bis auf Eli Ankou, der gleich zwei Mal den Ausgang genommen hat.


Auffällige Trainingsleistungen


Hat man die erste Hürde genommen und sich die Namen der Unbekannten halbwegs gemerkt, versucht man sich ein Bild von den Leistungen Einzelner zu machen. Rookie Adetokunbo Ogundeji erntete des öfteren positive Worte während der Einheiten. Fabian Moreau zementierte den Posten des zweiten Cornerback und auch Chris Williamson war im Training auffällig.


Von den "Alteingesessenen" überzeugte mit großem Abstand A. J. Terrell, der seinen nächsten Schritt im zweiten Jahr zu bestreiten scheint. Dean Pees und Arthur Smith räumten oft Schwärmereien in ihren Interviews für A. J. ein. Die Reporter Scott Bair und Michael Rothstein zeigten sich beeindruckt über die Leistungen, die er erbrachte.


In der Offense gab es ein Hauen und Stechen auf der Running Back Position. Mike Davis und Cordarelle Patterson erlaubten keine Zweifel, dass an ihnen kein Vorbeikommen war. Um den verbliebenen Spot maßen sich Caleb Huntley, Javian Hawkins, D'Onta Foreman und der immer wieder angeschlagene Qadree Ollison, nur um am Ende gegenüber Neuzugang Wayne Gallman, der im Waiver kam, ausgestochen zu werden.


Gerade Qadree Ollison war eine große Enttäuschung und konnte nun auch im dritten Camp und unter den neuen Coaches nicht von sich überzeugen. Auch Chris Rowland, der es im Jahr zuvor nur ins Practice Squad schaffte, kam nicht an Avery Williams im Special Team als Returner vorbei.


Drill statt Ponyhof


Der neue Coaching Staff experimentierte in viele verschiedene Richtungen und probierte eine Menge neue Ansätze aus. Allen voran stach Dean Pees hervor, von dem es aus früheren Zeiten schon bekannt war, dass er zahlreiche unterschiedliche Looks, rotierende Safties und Coverages von seiner Defense verlangt. Kevin Knight war für den Falcoholic vor Ort und stellte dazu erstaunt fest, dass sich die Offense gegen die Pees Defense schwer tat.


Große Unterschiede zum vorherigen Headcoach wies Arthur Smith beim Umgang mit Fehlern auf. Nach einem False Start beim Trainingsspiel 11 vs. 11, verdonnerte er die gesamte Offensive zu einem Lauf um den Sportplatz. Hier machen sich Erinnerungen an Dan Quinn breit, der eher zum Spieler hingegangen wäre, ihm einen einen High Five gegeben und ihm gesagt hätte "Einfach weiter so, das wird schon". Grady Jarrett war der Erste mit Äußerungen wie:

"Arthur Smith macht es allen Beteiligten klar: Es geht hier nicht um Slogans. Die Härtesten und Konzentriertesten werden spielen. Es wird keine Floskeln mehr geben.“ Diese Aussage ist ein klarer Affront entgegen den beliebten Spruch "In Brotherhood", den Dan Quinn einst einführte.


"I'm trying" - Matt Ryan

Eine der kuriosesten oder zumindest erstaunlichsten Nachrichten kam von unserem Quarterback. Matt Ryan gab preis, sich um seinen Antritt und die Grundschnelligkeit zu kümmern. Er wird dadurch kein mobiler Quarterback, jedoch eröffnen sich für ihn mehr Zeitfenster.


Rückschläge


Gleich in den ersten Tagen gab es die ersten verletzungsbedingten Rückschläge für die Atlanta Falcons. Durch einen Bandscheibenvorfall fiel Left Guard Matt Gono für das gesamte Camp aus. Bis Heute steht er auf der PUP-Liste und es ist ungewiss, wann er in die Saison eingreifen kann. Doch damit riss die Pechsträhne nicht ab, denn nach dem letzten Preseason Game verletzte sich sein Ersatz und Neuverpflichtung Josh Andrews. Er ist für den Rest der Season auf injured reserve.


Ebenfalls vor dem ersten Spiel verabschiedeten sich Nose Tackle Deadrin Senat und Cornerback Kendall Sheffield und wurden auf injured reserve gesetzt. Rechtzeitig wieder fit wurden Right Tackle Kaleb McGary und Outside Linebacker Dante Fowler, sie verpassten zwar Großteile des Camps aber das Trainerteam stellte schnell klar mit Beiden als Startern planen zu wollen.


Die positivste Nachricht kam von Calvin Ridley. Der Wide Receiver unterzog sich in der Offseason einer kleinen OP am Fuß. Wie er hinterher verlauten lies, war er in der abgelaufenen Saison nicht zu 100% fit und spielte stets mit Schmerzen. Er spielte im Camp nun zum ersten Mal seit langer Zeit schmerzfrei, auch wenn man das nach den Zahlen aus 2020 gar nicht wirklich glauben mag.


Theorie vs. Praxis


Training ist die eine Sache, doch wichtiger ist, dass die Spieler performen müssen, wenn es ernst wird. Dafür sind die Preseason Games bestens geeignet. Dieses Jahr trat man gegen die Tennessee Titans, Miami Dolphins und den Cleveland Browns an. In keinem der Spiele spielte man mit allen Startern. Matt Ryan und Calvin Ridley sahen unter anderem überhaupt keinen Snap und auch “das Einhorn“ Kyle Pitts war nur in einem Drive zu sehen. So war es nicht verwunderlich, dass man in jedem Spiel unterlag.


Allerdings ergaben sich dadurch wahre Überraschungen für unser Trainerteam. T. J. Green spielte sich in eine gute Rolle und erntete immer mehr Snaps als Cornerback. Auf der Position der Linebacker machte sich Dorian Etheridge einen Namen. Es war entspreichend nicht mehr sonderlich erstaunlich, beide Namen im finalen Roster zu lesen.


Die umgekehrte Leistung war am ehesten bei Chris Williamson wiederzufinden. Die Trainingseindrücke waren sehr gut und oft wurde er lobend erwähnt, jedoch zeigte der Cornerback davon nichts mehr in den Spielen. Gerade in der Coverage war er zu schwach und sah von seinem zugewiesenem Receiver nur noch den Rücken. Dadurch schob es ihn wieder aus dem finalen Kader.


Wie das Leben so spielt


"AJ will have to earn the second QB job. Nothing will be given to him" - Arthur Smith

Die größte Tragik trug sich während des zweiten Spiels gegen die Dolphins zu. Im zweiten Quarter zog sich Quarterback AJ McCarron eine Verletzung zu, die für ihn das Saisonaus bedeutete. Man muss dazu sagen, dass seine Leistungen zuvor gegen die Titans und auch im Spiel gegen die Dolphins mehr als dürftig waren. Die Verletzung war trotzdem mehr als undankbar, denn Feleipe Franks muss als undrafted Rookie durchaus noch einige Entwicklungen vollziehen, um ein akzeptabler Ersatz für Matty zu werden.


Der ehemalige Quarterback von Florida und Arkansas fiel mehr durch seine Läufe als seinen Arm auf. Zwar waren seine Würfe kraftvoller als AJ McCarron seine, allerdings kam er nur auf insgesamt 128 Yards in 7 Quartern. Von Passing Touchdowns brauchen wir dabei gar nicht erst anfangen. Im Laufspiel erreichte er indes 113 Yards.


Vor dem letzten Spiel gegen die Browns rumorte es daher schon kräftig in den Medien und am Ende wurde wahr, was viele sich nicht wünschten. Als Nachfolger des verletzten Quarterbacks stellte man Josh Rosen vor. Der ehemalige Erstrundenpick fiel in seiner bisherigen NFL Karriere eher mit Worten als mit Leistungen auf. Viel Skepsis machte sich unter den Fans der Falcons breit.


Als Josh Rosen in der zweiten Hälfte des letzten Preseason Spiels dann erstmals das Feld betrat, egalisierte er schnell die meisten Bedenken. Trotz der geringen Vorbereitungszeit zeigte er eine ansprechende Leistung. Er connectete schnell mit Juwan Green und half Frank Darby dabei, das erste Mal überhaupt mit guten Fängen zu überzeugen. Zudem warf er den ersten Passing Touchdown der Falcons überhaupt in der Preseason.


11 vs. 11


Zuletzt wollen wir euch noch die voraussichtlichen Starter nach der Preseason nenne.


Offense (12 Personnel)


Quarterback: Matty Ryan

Offensive Line: Jake Matthews, Jason Spriggs, Matt Hennessy, Chris Lindström, Kaleb McGary

Wide Receiver: Calvin Ridley &Russel Gage

Tight End: Kyle Pitts & Hayden Hurst

Running Back: Mike Davis


Defense (3-4)


Defensve Line: Jonathan Bullard, Tyler Davison, Grady Jarrett

Outside Linebacker: Jacob Tuioti-Mariner & Dante Fowler Jr.

Inside Linebacker: Deion Jones & Foysade Oluokun

Cornerback: A. J. Terrell & Fabian Moreau

Safety: Erik Harris & Duron Harmon


Notable Players

- Inside Linebacker Mykal Walker

- Wide Receiver Olamide Zaccheaus

- Safety Richie Grant

- Right Tackle Jalen Mayfield

- Outside Linebacker Adetokunbo Ogundeji

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