• Kevin Günther

Free Agency und die Bezeichnungen der Spieler



Einleitung

Jedes Jahr im März geht das Spektakel wieder los: Die Free Agency! Spieler werden getraded, unterschreiben neue Verträge oder warten auf das perfekte Angebot von neuen Teams. Welche Spieler überhaupt frei verhandeln und Gespräche mit anderen Teams führen dürfen, oder andere wiederum nicht, erkläre ich euch in diesem Artikel.


Vorab erkläre ich zunächst zwei wichtige Dinge:

Möchte man herausfinden unter welche Kategorie ein Spieler fällt, bezieht man sich auf die Accrued Seasons (AS). Ein Spieler bekommt so eine Saison zugesprochen, wenn er in mindestens sechs Spielen einer Saison den Full-Pay Status erreicht (Aktiv/Inaktiv für den Spieltagskader, Spieler auf Injured Reserve oder Spieler als Physically Unable To Perform gekennzeichnet).


Wenn es um die Gehälter geht und man ermitteln möchte, wie viel ein Spieler mindestens verdienen muss, spricht man von den Credited Seasons (CS). Für eine Credited Season muss ein Spieler in drei oder mehr Spielen einer Saison einen Full-Pay Status haben. Minimum Salaries werden dann wie folgt festgesetzt:

  • 0 CS = 660.000 $

  • 1 CS = 780.000 $

  • 2 CS = 850.000 $

  • 3 CS = 920.000 $

  • 4 bis 6 CS = 990.000 $

  • 7 oder mehr CS = 1.075.000 $


Bezeichnungen der Spieler in der Free Agency

Fangen wir zunächst mit der wohl gängigsten Form an: Dem sogenannten Unrestricted Free Agent (UFA)


Unrestricted Free Agent (UFA)

  • Dies umfasst alle Spieler, die vier oder mehr Accrued Seasons haben und deren Verträge ausgelaufen sind. Die Spieler können mit allen Teams frei verhandeln und entscheiden, bei wem sie in Zukunft spielen wollen. Bei einem 'Veteran-Minimum-Vertrag' bezieht sich das Gehalt auf die Credited Seasons.

Restricted Free Agent (RFA)

  • Spieler mit genau drei Accrued Seasons und einem auslaufenden Vertrag. Sie können theoretisch mit anderen Teams frei verhandeln, ihr bisheriges Team besitzt jedoch das Recht diese Spieler zu ‚tendern‘. So stattet das bisherige Team den Spieler mit einem nicht-garantierten Vertrag aus, z.B. der First Round Tender. Hier unterschreibt der Spieler einen Vertrag (aktuell 4.766.000 $ oder 110% des vorherigen Base Salary), kann jedoch von anderen Teams im Gegenzug eines First Round Picks abgeworben werden. Dies passiert immer dann, wenn ein Spieler mit anderen Teams verhandelt und sein aktuelles Team ihm keinen höher dotierten Vertrag anbieten möchte.

  • Andere Möglichkeiten der RFAs sind der Secound Round Tender (verhält sich exakt wie der First Round, bloß gibt es hier einen Second Round Pick als Ausgleich und das Vertragsvolumen des Tenders sinkt auf 3.384.000 $), der Original Round Tender (siehe First Round Tender, Ausgleichszahlung ist ein Draft Pick in der Runde, in der ein Spieler ursprünglich gedrafted wurde und sein Vertragsvolumen sinkt auf 2.183.000 $), der Right Or Refusal Tender (verhält sich exakt wie der Original Round, bloß gibt es hier keine Ausgleichszahlung und das Vertragsvolumen sinkt auf 2.133.000 $) und der Upgraded Tender (wird ein Spieler höher getendered als seine ursprüngliche Draft Position, würde das aktuelle Team eine schlechtere Ausgleichszahlung für alle anderen RFAs bekommen, z.B. statt einen 1. Round Pick einen 2. Round Pick, statt einen 2. Round Pick einen 3. Round Pick, usw.)

Exclusive Right Free Agent (ERFA)

  • Dies betrifft alle Spieler, die weniger als drei Accrued Seasons haben. Bekommen diese Spieler von ihrem aktuellen Team einen Einjahresvertrag angeboten, müssen sie diesen annehmen. Die Höhe des Vertrags bezieht sich auf die Credited Seasons, über die ihr bereits in der Einleitung gestolpert seid.

Undrafted Free Agent (UDFA)

  • Alle Spieler, die nicht während des Drafts ausgewählt wurden. Teams dürfen bereits während des Drafts mit den Spielern und deren Agenten (wenn sie schon einen haben) verhandeln. Die Verträge laufen bis zu drei Jahren und enthalten kaum garantiertes Salary oder einen Signing Bonus, es sei denn es kommt zu einem Bietergefecht zwischen mehreren Teams. Das Grundgehalt richtet sich nach den Credited Seasons wie bei den UFAs und ERFAs.


Schlusspunkt

Man sieht also, dass ein Free Agent oftmals nicht gleichbehandelt werden kann und darf. Vorher wird bestimmt, in welche Kategorie ein Spieler fällt und anhand dessen könne die Teams mit ihrer Kaderplanung beginnen. Es lohnt sich immer mal wieder bei Spotrac und Overthecap die Verträge der Spieler anzugucken, um sich ein Bild davon machen zu können welche Spieler wir auch in Zukunft bei unseren Mannschaften zu Gesicht bekommen.


Um Beispiele aus unserer Franchise anzuführen, kann man auf

  • Jonathan Bullard (UFA, 5 CS)

  • Matt Gono (RFA, Second Round Tender)

  • Younghoe Koo (ERFA, 3 CS) und

  • Felipe Franks (UDFA, 0 CS)

schauen!

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